Abnehmen trotz PCOS

Ich war schon im Kindergarten leicht pummelig. Mit der Pubertät nahmen die Gewichtsprobleme jedoch deutlich zu. Ich ernährte mich schlecht, hatte aber immer wieder Phasen, in denen ich extreme Diäten ausprobierte. Doch selbst die wirkten bei mir nicht so, wie bei anderen. Freundinnen fasteten für ein paar Tage und hatten damit große Erfolge. Ich mühte mich mit allerlei Diäten ab und verlor trotzdem nur schwer an Gewicht.

Übergewicht bei PCOS

Wie immer gibt es verschiedene Studien, die zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. In allen lässt sich jedoch ein Zusammenhang zwischen PCOS und Übergewicht feststellen. Nicht jede Frau mit Übergewicht hat PCOS und nicht jede Frau mit dem PCO Syndrom ist adipös. Doch laut mancher Studien beträgt der Anteil an Übergewichtigen bei den Frauen mit PCOS stolze 75 %.

Unklar ist noch, welche Rolle das Übergewicht bei der Entstehung des PCO Syndroms spielt. Fest steht aber, dass es mit PCOS schwieriger ist, das Gewicht wieder zu verlieren. Insbesondere wenn zusätzlich eine Insulinresistenz besteht.

Die Folgen des Übergewichts: Ein Teufelskreis

Nun sind wir also hier. Mit Übergewicht und PCO und eventuell sogar einer Insulinresistenz. Das macht das Abnehmen nicht gerade einfach, aber es ist insbesondere für uns umso wichtiger. Denn neben den ganzen gesundheitlichen Nachteilen, die zu viel Körpermasse sowieso mit sich bringt, wie zum Beispiel Herzkreislauf-Probleme, Gelenkverschleiß usw., wirkt das überschüssige Fett sich zusätzlich negativ auf den Hormonhaushalt aus. Und der ist bei uns ja sowieso etwas aus den Fugen geraten.

Das Fett, das wir aufgrund des PCOS nur schwer wieder loswerden, verschlimmert unsere Symptome und setzt somit einen Teufelskreis in Kraft. Diesen zu durchbrechen ist nicht leicht, aber sehr wichtig.

Bei einer Studie aus dem Jahr 2006 wurden 43 PCOS-Patientinnen auf eine Diät gesetzt und regelmäßig untersucht. Obwohl das Gewicht sich nach 32 Wochen im Durchschnitt nur um ca. 4 kg reduziert hatte, waren die Androgen- und Insulin-Werte deutlich verbessert. Jedes Kilo an Fett lohnt sich also und ist die Mühe wert!

Abnehmen bei PCOS

Ich weiß, dass es nicht einfach ist. Aber abnehmen ist trotzdem nicht unmöglich. Sehr viele Diäten schlugen bei mir überhaupt nicht an, bis ich durch Zufall eine Ernährungsumstellung ausprobierte, die besser funktionierte als alle anderen. Das war die Schlank im Schlaf* Methode.

Erst einige Jahre später, nach der PCO-Diagnose wurde mir bewusst, warum ausgerechnet das bei mir so gut angeschlagen hatte. Das Buch stellt einige Regeln auf, die insbesondere bei Insulinresistenz (worunter ich nach wie vor leide) gut greifen. Ich möchte damit nicht sagen, dass diese Abnehm-Methode die perfekte Lösung bei PCOS ist, aber es war das erste Mal, dass bei mir etwas funktionierte.

Inzwischen habe ich mich davon gelöst und meinen eigenen Weg gefunden. Für mich haben sich folgende Regeln als effizient herausgestellt:

  • Ausreichend lange Pausen zwischen den Mahlzeiten sind sehr wichtig. So wichtig, dass ich ihnen einen eigenen Artikel gewidmet habe.
  • Kurzkettige Kohlenhydrate wie Zucker, Weißmehl etc. möglichst vermeiden, da diese den Blutzuckerspiegel und somit das Insulin sprunghaft ansteigen lassen. In diesem Artikel zum Thema Insulinresistenz habe ich diese Problematik noch einmal näher erläutert.
  • Langkettige Kohlenhydrate (Vollkornprodukte, Nüsse, Hülsenfrüchte) sind erlaubt und für mein Wohlbefinden auch wichtig
  • Eine der max. 3 Mahlzeiten am Tag halte ich Low Carb, um dem Insulin eine noch größere Pause zu verschaffen

Mit diesen Regeln fahre ich persönlich sehr gut. Vielleicht hilft der ein oder andere Tipp euch auch weiter. Schaut euch doch einfach mal meine Rezept-Ideen an. Vielleicht ist etwas für euch dabei.