Hormonell bedingte Akne bei PCOS

Als Teenager war ich von Akne und Hautunreinheiten fast komplett verschont geblieben. Umso frustrierender war es, als mit Anfang 20 plötzlich immer häufiger Pickel im Gesicht auftauchten. Ich war erwachsen und hatte auf einmal ein Hautproblem. Damals war ich völlig ratlos über diese mittelschwere Akne im Erwachsenenalter und wusste nicht weiter. Auch die Hautärztin konnte mir nicht helfen, denn die Salben wirkten bei mir nicht. Heute verstehe ich den Zusammenhang meiner Hautprobleme mit dem PCO Syndrom. Damals war mir nicht bewusst, dass so etwas wie PCOS überhaupt existiert und dass das der Grund für die Akne war.

Frau mit Blumen und hormonell bedingter Akne durch PCOS

Häufigkeit von Akne bei PCOS

Verschiedene Studien haben belegt, dass 35 % – 48 % der Frauen mit polyzystischem Ovar Syndrom unter Erwachsenenakne leiden. Das sind viele! Vor allem, wenn man das mit dem Auftreten von Akne in der Normalbevölkerung vergleicht. Dort sind nämlich nur ca. 12 % im Erwachsenenalter noch davon betroffen.

Mit PCOS hat man demnach eine drei- bis viermal so hohe Wahrscheinlichkeit unter Hauptproblemen zu leiden wie andere Frauen.

Ursachen für hormonbedingte Akne bei PCOS

Unsere Talgdrüsen sind hormonell gesteuert. Aus diesem Grund tritt Akne häufig zu Beginn der Pubertät auf, wenn die Sexualhormone so richtig aktiv werden. Irgendwann pendelt der Hormonhaushalt sich dann ein und die Hautunreinheiten verschwinden normalerweise wieder. Nicht so mit PCOS.

Hautpflege Routine bei Akne durch PCOS

Ähnlich wie beim Haarausfall oder der verstärkten Körperbehaarung liegt die Ursache der Hautunreinheiten in den erhöhten, männlichen Hormonen. Bei PCOS werden die Hormone in den Eierstöcken wegen der Zysten und des verlängerten Zyklus anders ausgeschüttet als bei gesunden Frauen. Es befinden sich also mehr männliche Hormone (Androgene) im Blut.

Daraus wird vom Körper unter anderem Dihydrotestosteron (DHT) gebildet, welches die Talgdrüsen stimuliert. Bei zu hohem DHT-Spiegel sind diese Drüsen aktiver, als sie es normalerweise wären. Diese Überproduktion an Talg verstopft die Poren und führt zu den typischen Entzündungen: Pickel und Akne entstehen.

Was dieses Phänomen zusätzlich noch verstärkt, ist die oft mit PCO einhergehende Insulinresistenz. Hyperinsulinämie sorgt zusätzlich für den Anstieg der Androgenproduktion, was den eben geschilderten Effekt verstärkt.

Kurz: PCOS, insbesondere wenn es mit Insulinresistenz einhergeht, führt zu einer vermehrten Produktion von Androgenen. Das daraus gebildete DHT kurbelt die Talgproduktion an, was zur Verstopfung der Poren und Hautentzündungen führt. Pickel und Akne entstehen.

Diese Bücher empfehle ich, wenn man sich näher mit dem PCO Syndrom befassen möchte:

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Behandlung bei PCOS-bedingter Akne

Problem erkannt. Aber wie wird es nun gebannt? PCOS ist zwar nicht komplett heilbar, aber es gibt einiges, was man für eine Verbesserung tun kann.

Medikamente gegen Akne bei PCO

Bitte wendet euch unbedingt an einen Arzt, wenn ihr eine medikamentöse Lösung wünscht. Diese muss individuell auf euch abgestimmt und ärztlich begleitet werden. Vor allem sind viele dieser Optionen nicht mit einem Kinderwunsch oder einer schon bestehenden Schwangerschaft möglich.

Das erste Hilfsmittel der Wahl ist für Ärzte meistens die Anti-Baby-Pille. Sie wirkt anti-androgen und kann daher sehr viele PCOS Symptome unterdrücken. Da einige Nebenwirkungen damit einhergehen und der Eingriff in den Hormonhaushalt sehr heftig ist, bin ich persönlich kein Fan davon. Auch anderen anti-androgenen Mitteln oder gar Antibiotika stehe ich kritisch gegenüber. Darum werde ich an dieser Stelle kein bestimmtes Produkt empfehlen.

Abgesehen von dem Eingreifen in den Hormonhaushalt versprechen die üblichen Akne-Mittel zur äußeren Anwendung Linderung. Mit diesen geht man zwar nicht die hormonelle Ursache an, aber man kann der gesteigerten Talgproduktion durch entsprechende Pflege Herr werden. Weiter unten findest du meine persönliche Hautpflegeroutine. Es ist die erste, mit der ich mein Hautbild stark verbessern konnte.

Mit dem richtigen Lebensstil die Ursache der Akne bekämpfen

Eine gesunde Ernährung mit viel Gemüse ist bei PCOS sehr wichtig

Viel besser als die Linderung der Symptome ist es, direkt die Ursache der Akne anzugehen. Und die liegt im Fall von PCOS wie oben geschildert bei der Hyperandrogenisierung: Wir haben zu viele männliche Hormone im Blut.

Doch mit der richtigen Ernährung kann man den Hormonhaushalt unterstützen und die Androgene senken. Über das Essen lässt sich außerdem eine vorhandene Insulinresistenz sehr gut steuern und behandeln. Ich habe diesem umfangreichen Thema ein eigenes Kapitel gewidmet, das du dir anschauen solltest. Aber das Wichtigste in Kürze zusammengefasst:

  • vermeide kurzkettige Kohlenhydrate (Zucker, Weizenmehl)
  • halte Pausen zwischen den Mahlzeiten ein
  • verringere hormonell behandelte Lebensmittel (Fleisch, Milchprodukte)
  • beobachte die Reaktionen deines Körpers

Wenn man seine Ernährung langfristig umstellt, kann man damit sehr gute Ergebnisse erzielen. Du wirst vermutlich bald bemerken, wie die durch PCO verursachten Symptome abnehmen und du dich wohler fühlst. Über die Ernährung kann man die Ursache der Akne angehen und aktiv in den Hormonhaushalt einwirken. Ganz ohne Medikamente und negative Nebenwirkungen.

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Meine Hautpflege-Routine

Ich habe in den letzten Jahren sehr viele verschiedene Routinen und Hautpflege-Produkte ausprobiert, um meine PCOS-Akne zu heilen. Meistens wurde meine Haut dadurch aber nur noch schlimmer. Inzwischen habe ich dank des tollen Buches von Yamina* eine Routine entdeckt, die meine Haut trotz PCO Syndrom pflegt. Die Pickel sind seitdem fast komplett verschwunden und das Beste ist: Es ist günstig und unkompliziert.

Morgens:

  1. Ich wasche mein Gesicht vorsichtig mit lauwarmem Wasser.
  2. Ich gebe etwas Babyöl auf meine Fingerspitzen und verteile es sanft auf der nassen Gesichtshaut. Wichtig: Nicht zu fest zu reiben, sondern nur sanft auftragen.
  3. Nach einer kurzen Einwirkzeit von ca. 30 Sekunden mache ich zwei Wattepads nass und trage damit vorsichtig das Öl ab.
  4. Fertig!

Zurück bleibt eine mit Feuchtigkeit versorgte Haut, die trotzdem noch atmen kann. Es ist entgegen meiner früheren Annahme sehr wichtig, die Haut fettig und feucht zu halten. In dem Moment, in dem sie trocken und schuppig wird, kann der Talg nicht wie vorgesehen ablaufen. Stattdessen verstopfen die Poren und Entzündungen entstehen. Dieses Vorgehen reduziert eure hormonell bedingte Talgproduktion natürlich nicht. Aber eure Gesichtshaut kann besser damit umgehen und den überschüssigen Talg loswerden.

Abends:

  1. Nichts. Ich schminke nur noch meine Augen ab.

Nur wenn sich im Winter die Haut abends trocken anfühlt, reagiere ich. Ich nehme mir ein Wattepad und mache es nass. Darauf tropfe ich nur ein wenig Öl und befeuchte das Gesicht damit.

Diese so schlichte Pflege-Routine funktioniert für mich extrem gut und hat Pickel, Rötungen und Hautirritationen extrem verringert. Es dauerte allerdings ca. 2 Wochen bis die Verbesserung sichtbar wurde. Die Haut musste sich erst einmal umstellen.
Ich nutze am liebsten das Welda Calendula Pflege-Öl* und habe damit die besten Ergebnisse erzielt. Andere sanfte Haut-Öle funktionieren aber ebenso. Wichtig ist, dass möglichst wenige Zusatzstoffe enthalten sind.

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